Surava - Hl. Georg

PHOTO-2020-09-27-19-50-08.jpg
PHOTO-2020-09-27-19-50-07.jpg
PHOTO-2020-09-27-19-50-01.jpg
PHOTO-2020-09-27-19-50-05.jpg
PHOTO-2020-09-27-19-50-06.jpg
PHOTO-2020-09-27-19-50-00.jpg
PHOTO-2020-09-27-19-50-04.jpg
PHOTO-2020-09-27-19-50-03.jpg

Surava ist ein typisches Strassendorf, das sich über eine Länge von 1.5km etwas oberhalb von der Albula (Surava=über dem Wasser) an der Strasse von Tiefencastel Richtung Albulapass schlängelt. Surava gehörte bis 1725 kirchlich und bis 1875 politisch zu Brienz.

Die Kirche St. Georg / Son Sieri kann als eigentliche Sehenswürdigkeit von Surava bezeichnet werden. Sie wurde im Jahre 1611 eingeweiht. Bereits am Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Kirche im Schiff und Chor erhöht und am Turm verändert.

Die Südfront zeigt eine monumental wirkende Schaufassade. Zwei kräftige Gebälke unterteilen die Fassade in zwei Hauptgeschosse und ein Giebelfeld. Über dem Portal und dem Fenster sind zwei schlichte Malereien angebracht. Die untere zeigt eine Darstellung des Heiligen Georg, der den Drachen tötet. Der Turm steht an der Westseite des Chors und hat rundbogige Schallfenster, darüber sind vier Giebel und ein achteckiger Spitzhelm. Auf der anderen Chorseite liegt die Sakristei.

 

Die von Süden nach Norden gerichtete Kirche besitzt innen ein zweijochiges, einschiffiges Langhaus ohne Kapellen. Einfache Pilaster mit Gebälkkrönung stützen ein Gesims mit stilisierten Pflanzenornamenten, das um alle Wände herumläuft. Das Licht fällt von oben durch stichbogige Fenster in die Kirche herab. Der Chor hat keine Fenster. In den vier Gewölbezwickeln wurde Ende des 17. Jahrhunderts je ein musizierender Engel gemalt. Die Instrumente von drei Engeln sind Geige, Cello und Posaune. Der vierte Engel singt nach einem Notenbuch in seiner Hand.

 

Der Hochaltar ist aus Holz gebaut und stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Altar füllt mit seiner reichhaltigen Architektur die ganze Breite der Abschlusswand im Chor. Vier gedrehte Säulen und zwei Pilaster bilden mit dem aufliegenden Gebälk einen konkaven Aufbau. Oben mündet dieser in einen Frontispitz. Schwungvolle Rocaillen (typisches Muschelwerk des 18. Jh.) säumen ihn und die durchbrochenen Seitenstücke des Altars. Das Giebelfeld des Frontispitz schmückt das Hochrelief einer Marienkrönung. Vermutlich stammt dieses Relief von einem älteren Altar von etwa 1700. Aus derselben Zeit stammen auch die Apostelfiguren vor den Pilastern, St. Johannes und Jakobus der Ältere und die Statuen von Petrus und Paulus auf dem Gesims am Chorbogen. Das Altargemälde zeigt die Himmelskönigin, unter ihr sehen wir den Bündner Heiligen Luzius und neben ihm den Kirchenpatron St. Georg (romanisch Son Sieri) auf dem Pferd. Der Tabernakel stammt aus dem Jahr 1924.

 

Unter dem Chorbogen stehen zwei im Aufbau übereinstimmende Seitenaltäre, die aus dem Jahr 1662 stammen. Ihre rundbogige Nische wird von korinthischen Säulen flankiert. Diese tragen ein Gebälk mit Segmentgiebel. Die Nische des Rosenkranzaltars, links an der Westseite, wird von 15 Medaillons mit gemalten Darstellungen der Freuden und Leiden Mariens umrahmt. Auf dem Sockel beider Altäre weisen lateinische   Inschriften auf die Widmung durch Gaudentius de Bonifazis und Melchior Guler von Surava hin. An den Altarbasen befinden sich geschnitzte Antependien aus dem Jahr um 1720. Die Nischenfiguren sind jüngeren Datums.

 

An der Westwand ist eine Kanzel aus Nussbaum aus der Spätrenaissance angebracht (um 1755). Den Korpus in Truhenform gliedern ionische Vollsäulen mit Volutenkonsolen und torartigen, rundbogigen Füllungen. Der Schalldeckel ist an der Unterseite kassettiert und von Reliefranken umgeben. In den Kassetten sind die Monogramme von Christus und Maria angebracht.

Quellen: Robert K. Schneider, Kunst der Landschaft Belfort, 1983 und Ludmila Seifert-Uherkovich / Leza Dosch, Kunstführer durch Graubünden, 2008